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klinische Forschung - Medikamente - Spinale Muskelatrophie - SMA

Therapeutische Ansätze bei SMA

Das Fehlen des SMN1-Gens führt zu einem Mangel an SMN-Protein. Als Folge erkranken unter anderem zuerst Nerven- und schliesslich Muskelzellen.

Zwanzig Jahre lang haben sich seit-her Forscher und Patientenorganisatio-nen unermüdlich für die Entwicklung eines Medikamentes eingesetzt. Heute ist die Behandlungsmöglichkeit für SMA greifbar nah. Etliche Substanzen wer-den an Patienten getestet und die Liste an laufenden klinischen Versuchen wird stetig länger. Möglichst viele Wirkstoffe müssen frühe Testphasen durchlaufen, um schliesslich ein wirksames und siche-res Medikament zu identifizieren. Dazu müssen Patienten, z.B. mittels Patientenregister (Link) effizient rekrutiert werden.

 

Im Folgenden ist eine Auswahl an thera-peutischen Ansätzen kurz erklärt:

 

Ersetzen des SMN1-Gens

Gentherapie – Hierbei wird mit Hilfe ei-nes Virus, das als «Mitfahrgelegenheit» für das SMN1-Gen dient, das intakte Gen in die Erbinformation der Zellen eingeschleust. Die Herausforderung bei SMA war, ein Virus zu finden, das erfolgreich die Blut–Hirnschranke überwinden und somit auch Motoneuronen erreichen kann. Zurzeit läuft eine erste Versuchsphase der Firma Avexis mit Typ I Babys in den USA (chariSMA). Gene-thon/INSERM und Genzyme/Sanofi streben ebenfalls baldige Versuche an Patienten an.

 

Reparatur des SMN2-Gens

Erbinformation auf unseren Genen wird nach vorgegebenen Regeln übersetzt, bestimmte Teile entfernt und verbliebene Information neu verknüpft, bis schliess-lich ein Bauplan für ein spezifisches Protein entstanden ist.

Bei SMA-Betroffenen fehlt das SMN1-Gen komplett. Das SMN2-Gen ist fehlerhaft, dadurch produzieren Betroffe-ne zwar SMN-Protein, aber in zu kleinen Mengen, da der Bauplan immer wieder Fehler aufweist. Aktuelle Therapieansät-ze (z.B. Antisense Oligonukleotide, Small Molecules) versuchen, diesen Defekt zu korrigieren, in dem sie das Ablesen der Erbinformation und somit den Bauplan korrigieren, so dass schliesslich mehr SNM-Protein produziert wird.PFLEGE-MEDIZIN-FORSCHUNGTherapeutische Ansätze bei SMADer Weg zu einer Therapie für eine seltenen Krankheit ist lang und steinig. 1995 gelang Judith Melki ein erster Durchbruch, als sie das SMN-Gen und somit die Ursache der Spinalen Muskelatrophie (SMA) lokalisierte.

 

Antisense Oligonukleotide – Oligonukleo-tide sind kleine Stücke genetischen Materials, die den Fehler im SMN2-Gen äusserst gezielt korrigieren sollen. Die Firmen ISIS Pharmaceuticals und Biogen rekrutieren Patienten (Babys, Typ I und Kinder, Typ II) für die Phase II/III Wirk-samkeitsstudie ihres Wirkstoffes ISIS-SM-Nrx (ENDEAR/CHERISH).

Bisherige Zwischenresultate von ISIS-SMNrx, das direkt ins Rückenmark verabreicht wird, sind vielversprechend: das Medikament scheint keine Nebenwir-kungen aufzuweisen und getestete Kin-der zeigten Verbesserungen ihrer Muskelfunktion. Die aktuelle Studie muss nun die Effektivität von ISIS-SMNrx (mit Kontrollgruppe) bestätigen.

 

Small Molecules – Diese Wirkstoffe sind kleine Moleküle, welche die Blut–Hirn-schranke überwinden und ebenfalls den Fehler im SMN2-Gen korrigieren. Nachdem die Firma Roche (in Zusammenarbeit mit PTC und der SMA Foundation) den Wirkstoff RO6885247 an gesunden Freiwilligen auf seine Sicherheit und Ver-träglichkeit getestet hat, läuft zurzeit die MOONFISH Sicherheitsstudie an Patien-ten (Typ I–III, Kinder und Erwachsene). Ebenfalls plant Novartis eine Sicherheitsstudie mit Babys (Typ I), um den Wirkstoff LMI070 erstmals an Patienten zu testen.

 

Neuroprotektor

Olesoxime – Während des Verlaufes der SMA sterben stetig Motoneuronen ab. Olesoxime (TRO19622) ist eine Substanz, die Neuronen schützt. Versuche zeigten, dass Kinder mit SMA, die über zwei Jah-re mit dem Wirkstoff behandelt wurden, ihre Muskelfunktionen weitgehend erhalten konnten und weniger SMA-bedingte gesundheitsgefährdende Vorfälle (z.B. Lungenentzündungen) erlitten als die Kinder der Kontrollgruppe. Im Januar 2015 wurde bekannt, dass Roche die Firma Trophos, die TRO19622 zusammen mit der französischen Muskelgesellschaft AFM entwickelte, übernimmt. Es wird eine baldige Zulassung des Medikamentes angestrebt.

 

Aktivieren der Muskulatur

Muskel Aktivatoren – Der Wirkstoff CK-2127107 der Firmen Cytokinetics/Astella unterstützt den Erhalt der Mus-kelkraft und der Ausdauer. Dieser Wirk-stoff, mit ähnlicher Funktion wie Tira-semtiv, wurde an gesunden Freiwilligen ohne Nebenwirkungen getestet. Bald soll dazu eine Wirksamkeitsstudie an Patien-ten folgen.

 

www.sma-schweiz.ch

  • Infos rund um Wissenschaft und klinische Versuchsreihen
  • Zusammenarbeit mit anderen euro-päischen Patientenorganisationen unter dem Dach von SMA Europe
  • Optimieren des Weges vom Labor in die Apotheke: möglicher Ansprechpartner für Pharmafirmen, Zulassungs- und Bewilligungsbehörden

 

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