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Let‘s roll Amsterdam!

So traf man sich am 12. Oktober am Flughafen in Zürich. Neben dem vielen Gepäck war ein dicker Stapel Papiere dabei, welcher den Transport des Rollstuhles, das Fliegen mit einem portablen Sauerstoffgerät und vieles mehr ermöglichte. Das Einchecken und der Flug nach Amsterdam verliefen problemlos. Etwas schwieriger gestaltete sich die Suche nach dem Hotel, was aber eher an den Navigations-Kompetenzen der Betreuerin lag. Endlich angekommen, stellte sich heraus, dass das gebuchte Zimmer nicht rollstuhlgängig war. Dank den Bemühungen der Hotelangestellten, konnte aber eine Lösung gefunden werden.

 

Die folgenden Tage wurde Amsterdam erkundet. Leider mussten wir feststellen, dass viele Museen zwar im Handroll-stuhl erkundet werden können, aber leider nicht im Elektrorollstuhl. Eine tolle Ausnahme war das Heineken Experience, welches speziell eine Rollstuhltour anbietet. Das Sexmuseum war nur im untersten Stock mit dem Elektrogefährt zugänglich. Wir fanden es aber nicht speziell und lohnenswert. Bei verschiedenen, rollstuhlgängigen Läden hielten wir sofort an. In den Gässchen der Altstadt sind die meisten Läden und Cafés leider nicht mit dem Rollstuhl befahrbar, im neueren Stadtteil jedoch schon. Es gibt viele Möglichkeiten in Amsterdam gut zu essen, schwie-riger wird es jedoch, etwas zu finden, dass auch für Rollstuhlfah-rende einwandfrei zugänglich ist. Unser treuer Freund Google, hat uns dabei geholfen, schnell und einfach gute Locations zu finden, die rollstuhlfreundlich sind. Sehr gut befahrbar war zum Beispiel das weltweit bekannte Restaurant Vapiano, welches in der Nähe des Bahnhofes liegt, sowie auch das Hardrock-Café. Auch zu empfehlen ist das Sushi Restaurant, vorausgesetzt man mag Sushi mindestens so gerne wie wir. Das Lokal ist nicht zu übersehen und sehr gut zu finden, da es mitten in einer weitläufigen Einkaufsstrasse liegt.

 

In den nächsten Tagen mieteten wir ein Velo, was sehr zu empfehlen ist. In Amsterdam gibt es überall breite Velospuren neben der Strasse, die immer rot markiert sind. Mit den Velos kommt man viel schneller vorwärts und kann so auch einmal einen anderen Teil von Amsterdam bewundern. Für Neva war dies eine gute Abwechslung, da sie das Fahrtempo vorgeben konnte und nicht geduldig auf die Anderen warten musste. Mit den Velos fuhren wir zur Schiffhaltestelle, die vis à vis des Har-drock-Cafés liegt. Wir kauften sofort Tickets um eine – schon fast obligatorische – Grachtenfahrt zu erleben. Diese war sehr eindrucksvoll. Man sah den Fluss nicht nur von den Strassen aus, sondern konnte die Strassen und Häuser vom Fluss aus sehen. Danach fuhren wir weiter zum Vondelpark, welcher eine andere Seite von Amsterdam zeigt, die ruhige ohne Autos.

 

Bevor man nach Amsterdam reist, sollte man ein Rollstuhltaxi für Notfälle suchen. Es ist schwierig eines zu finden ohne lokale Vernetzung. Am Sonntag passierte der Zwischenfall, dass der Rollstuhl einfach nicht mehr weitergefahren ist, als wir in den Zoo wollten. Ohne Hilfe von freundlichen Einwohnerinnen wären wir nicht mehr zurück ins Hotel gekommen. Es war einfach kein geeignetes Taxi auffindbar, da es Sonntag war. Für den nächsten Tag organisierte uns das Hotel einen Rollstuhlmechaniker, welcher den Rollstuhl reparieren konnte, und ein Rollstuhltaxi, welches uns zum Flughafen brachte. Was wir, besonders aber Neva, sicher nicht vergessen werden, ist eine Frau die wir am Abend antrafen. Sie kam völlig unerwartet auf Neva zu und schrie ihr ins Ohr: «Enjoy the red lights!».

 

Nach Amsterdam zu reisen empfehlen wir alle sehr! Wir haben es genossen. Auch wenn nicht alles ganz einfach ist mit einem Elektrorollstuhl, ist doch vieles erstaunlich gut möglich. Meis-tens dank den unglaublich hilfsbereiten Menschen. Sie waren immer bemüht uns zu helfen, wo sie nur konnten. Die Bevölke-rung hat uns allgemein sehr beeindruckt. Die Menschen sind spontan, unglaublich freundlich, offen und wie oben schon erwähnt, besonders hilfsbereit. Trotzdem wirkt die Freund-lichkeit nie aufgesetzt oder gespielt. Amsterdam faszinierte uns unheimlich. Uns wurde definitiv nicht zu viel versprochen! Die vielen, kleinen Gässchen, bei denen es immer etwas süsslich roch, und die auffallend spezielle Architektur der Häuser sprach uns an.

 

Wenn wir 21 Jahre alt sind, möchten wir unbedingt zusammen nach New York! Ansonsten fänden wir Stockholm, Helsinki oder London tolle Städte, welche weitere Reiseziele von uns sein könnten.

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